Thema Naturschutz
Unsere Ziele
Unsere Ziele orientieren sich an den Leitlinien eines von Naturschutzexperten vorgeschlagenen Maßnahmenplans aus dem Jahr 2019. Diese Maßnahmen beinhalten, (a) besonnte Kleingewässer für Gelbbauchunken, Kammmolche und andere Amphibien zu etablieren, (b) mehrere jeweils ca. 1 ha große Altholzinseln mit alten Einzelbäumen und starkem, stehenden Totholz auszuweisen und damit für Eichenbock (Käfer), Spechte und Hohltaube einen passenden Lebensraum anzubieten, (c) die Schöffelsteinwiese wiederherzustellen, (d) mehrere besonnte Totholzhaufen zur Verbesserung des Lebensraums von Äskulapnattern und Zauneidechsen zu errichten und (e) an mehreren Standorten die Pimpernuss auszusetzen und zu fördern.
Viele dieser Maßnahmen haben wir bereits in den vergangenen Jahren geleistet. Speziell für das Jahr 2024 haben wir uns vorgenommen, die Diversität der Kulturlandschaft des Wienerwalds weiter zu verbessern, indem wir neue Lebensräume und Rückzugsorte für schutzbedürftig eingestufte Tier- und Pflanzenarten schaffen.
Unsere Leistungen
Schaffen neuer Lebensräume
Mit Hilfe eines über die EU-Förderschiene „Ländliche Entwicklung“ laufenden Projekts konnten wir neue Brut- und Laichplätze errichten und weitere Schritte zur Renaturierung der Schöffelsteinwiese setzen. So haben wir mehrere Mini-Biotope angelegt, um der Gelbbauchunke und dem Alpenkammmolch zusätzliche passende Laichplätze anzubieten. Weiters haben wir gemeinsam mit unseren Naturpark-Schulen neue Brutmöglichkeiten für Wildbienen und Fledermäuse entlang des Waldsaums und der Waldwiesen geschaffen; damit haben wir nicht nur wichtige Maßnahmen zur Biodiversität gesetzt, sondern auch den Jugendlichen Möglichkeiten für bewussten Naturschutz geboten.
Im Jahr 2024 übernahm der Naturpark die Betreuung des Sängerbrunnen-Platzes. Wir errichteten zwei Totholzhecken als naturnahe Abgrenzung zur B44, unterstützt von Schüler:innen der Naturparkschulen. Diese Totholzhecken bieten wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tiere. Sowohl auf der Feihlerhöhe (die zwar nicht zum engeren Naturparkgebiet gehört, aber auf Wunsch vom Naturpark-Team betreut wird) als auch beim Spielplatz Kellerwiese haben wir zwei größere sowie mehrere kleinere Nützlingshotels installiert, die Wildbienen, Käfern und anderen Insekten Lebensraum bieten.
Die Schöffelsteinwiese, ein wichtiger Bestandteil unseres Schutzgebietes, wurde mit einer Egge bearbeitet und mit zusätzlichem, regionalem Saatgut angereichert. Zur weiteren ökologischen Aufwertung der Fläche haben wir entlang des Waldsaums Holzstöße und Wurzelstuben aufgebaut, die als Rückzugsorte für Insekten, Kleinsäuger und Amphibien dienen. Weitere Aussaaten und Pflegemaßnahmen sind für das Frühjahr 2025 geplant.
Verbesserte Erkennbarkeit des Schutzgebietes und Besucherlenkung
Eine indirekte Maßnahme zum Naturschutz war, die Sichtbarkeit des Schutzgebietes zu verbessern, indem wir die Zugänge zum Naturpark neu markiert haben und damit den Besucher:innen besser signalisieren konnten, dass sie sich hier in einem besonderen Schutzgebiet befinden. Auf unseren neuen Themenwegen haben wir Schilder zur Besucherlenkung montiert, die dazu beitragen werden, dass die Gäste auf den Wegen bleiben. Entlang des Buchenwegs und des Schöffelwegs gibt es neue Infotafeln mit QR-Codes, mit denen unsere Besucher Informationen über die Themen Wald (insbesondere die Buche) und Boden abrufen können.
Nachhaltige Waldbewirtschaftung
Bereits zum vierten Mal haben wir 2024 die selbst gesetzten Leitlinien für eine nachhaltige Waldnutzung im Gemeindewald deutlich übertroffen, indem keine nennenswerten Mengen an Holz entnommen wurden. Bei einem nachhaltigen Holzzuwachs von ca. 300 fm pro Jahr ergibt sich damit für das Jahr 2024 eine zusätzliche CO2-Speicherung in den Bäumen von knapp 250 t CO2, plus eine etwa ähnlich hohe Menge durch Speicherung von Biomasse über Böden und Wurzeln.
Außerdem haben wir vor allem in den bestehenden 4 Trittsteinbiotopen besondere „Veteranenbäume“ ausgewiesen. Diese alten und teilweise absterbenden Bäume bieten zahlreichen Arten, die auf solches Holz angewiesen sind (wie etwa dem seltenen Alpenbockkäfer), einen wertvollen Lebensraum. Zudem haben wir Informationstafeln an Veteranenbäumen entlang des Weges angebracht.
Maßnahmen zur Entfernung von Plastik
In der traditionellen Forstwirtschaft wurden bei Aufforstungen zum Schutz von sensiblen Baumsetzlingen vor Verbiss in der Regel Kunststofffolien verwendet, die dann oft im Wald liegen blieben. Wir haben im Jahr 2024 eine besondere Aktion gesetzt, um den Naturpark von Kunststoffresten, die bei der Aufforstung des steilen Nordhangs im Jahr 2014 eingesetzten „Monosteher“ zu befreien und das durch Windverwehungen oder Wildbäche verstreute Plastik eingesammelt. Im Zuge dessen haben wir auch eine Informationsaktion begonnen, um bei unseren Naturparkgästen ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig es ist, die Natur sauber zu halten.