• Buchenhochwald im Sommer.
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Lebensräume im Naturpark

Wald-Lebensräume

Die Baumartenzusammensetzung im Wald des Naturparks ist sehr naturnah. Die Bestände sind zum Großteil aus Rotbuchen, Traubeneichen und Hainbuchen mit Beimischung weiterer standortsgemäßer heimischer Baumarten (Wildkirsche, Esche, Spitzahorn, ZerreicheRotföhre, Lärche, Rotfichte, Weißtanne) aufgebaut, welche für die Waldgesellschaften des westlichen Wienerwalds charakteristisch sind. 

Die Bestände bilden Lebensraumtypen, von denen vier besonders geschützt sind und die sich vor allem über die Krautschicht unterscheiden:

  • Mullbraunerde-Buchenwälderwachsen auf basenreichen, frischen Böden. In ihrer Krautschicht gedeihen Pflanzen mit höheren Ansprüchen an die Wasser- und Basenversorgung wie z.B. Waldmeister, Ausdauerndes Bingelkraut, Bärlauch, Waldsegge und Zwiebeltragende Zahnwurz. An feuchten, quelligen Stellen sind außerdem Waldziest, Winkelsegge und Hängesegge zu finden.
  • Hainsimsen-Buchenwälderkommen auf basenärmeren, bodensauren Standorten mit einem mäßig trockenen bis mäßig frischen Wasserhaushalt vor. In der Krautschicht sind Drahtschmiele, Waldhabichtskraut, Echter Ehrenpreis, Waldreitgras und Weißliche Hainsimse zu finden.
  • Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälderwerden von der Traubeneiche und Hainbuche dominiert, durchsetzt von anderen Baumarten wie Wildkirsche, Rotföhre und Elsbeere. In der Krautschicht wachsen das Hainrispengras, Waldzwenke, Doldige Wucherblume, Pfirsichblättrige Glockenblume, Wimpernsegge, Lorbeerseidelbast und Waldlabkraut.
  • Pannonisch-balkanische Zerreichen- und Traubeneichenwälderwerden von Traubeneiche und Zerreiche aufgebaut; die Hainbuche fehlt weitgehend. Bezeichnend für diesen Waldlebensraumtyp ist, dass sich zu den wärmeliebenden Arten auch Säure- und Mäßigsäurezeiger wie Echter Ehrenpreis, Waldhabichtskraut und Savoyer Habichtskraut hinzugesellen.

Der Lebensraum Wald mit dessen zugehörigen Totholzbeständen ist für folgende geschützte Arten wichtig:

Vielfältige Gewässer

  • Fließgewässer: Der Naturpark wird im Norden vom Wienfluss und im Osten vom Schintergrabenbach begrenzt. Insbesondere der etwas verborgene Schintergraben hat die typische Morphologie eines naturnahen Wienerwaldbachs, in dem die schützenswerten Arten Steinkrebs, Feuersalamander, Große Quelljungfer und die Blauflügel-Prachtlibelle leben.
  • Stehende Kleingewässer: Als besonders wichtig haben sich die kleinen stehenden Gewässer gezeigt, also das Waldbiotop und die zeitweisen Pfützen in den Traktor-Fahrspuren, die für die Gelbbauchunke oder den Alpen-Kammmolch überlebenswichtig sind. Neben diesen beiden Arten noch der Bergmolch, der Teichmolch, der Springfrosch, sowie der Grasfrosch angetroffen werden.

Wiesen und Waldränder

Diese beiden Lebensraumgruppen sind für sechs schützenswerte Arten besonders wichtig: Blindschleiche, Schlingnatter, Zauneidechse, Äskulapnatter, Grünspecht und Gartenrotschwanz.

Unsere Wiesenflächen sind Mähwiesen oder Weiden; vor kurzen haben wir eine alte, schon fast mit Gehölzen zugewachsene Wiese am Schöffelstein neu renaturiert, die sich zu einer schützenswerten Glatthaferwiese entwickeln soll.

Aktivitäten zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume

Der Naturpark Purkersdorf setzt Projekte zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume und Arten im Wienerwald um und trägt damit bei, die Biodiversität zu sichern.