• Wasserforschen am Wienfluss
    ©Naturpark Purkersdorf

Jahresbericht 2024

Das Jahr 2024 war für den Naturpark Purkersdorf herausfordernd und erfolgreich. Dank des Engagements unseres Teams, der Unterstützung unserer Partner und der Begeisterung unserer Besucher konnten wir viel dazu beitragen, die Schönheit und Vielfalt der Natur zu bewahren. Unsere Projekte und Initiativen, von der Verbesserung der Infrastruktur über die Förderung der Biodiversität bis hin zur Umweltbildung, haben gezeigt, dass wir einen großen Beitrag zur Lebensqualität der Bevölkerung leisten. Besonders stolz sind wir auf unser neues Naturparkkonzept, auf die anstehenden Erweiterung des Naturparks mit dem Gebiet des Georgenbergs und auf die intensive Zusammenarbeit mit Schulen und der lokalen Gemeinschaft.

Wir bedanken uns bei allen, die im vergangenen Jahr zum Erreichen unserer Ziele beigetragen haben!

Laufender Betrieb und Erhaltung der Infrastruktur

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, den Betrieb des Naturparks aufrechtzuerhalten und unsere Einrichtungen zu pflegen. Dazu gehören das Management von Programmen und Personal, die Betreuung der Tiere, die Müllbeseitigung und die Instandhaltung der Infrastruktur (Tiergehege, Wanderwege, Rast- und Ruheplätze, Waldspielplätze etc.).

Eine zusätzliche Herausforderung im Jahr 2024 ergab sich durch die Schäden, die durch die Unwetter und das Hochwasser vom 14-16. September verursacht wurden; wir mussten etwa 120 Arbeitsstunden aufwenden, um die Schäden zu beheben. Diese laufenden Tätigkeiten wurden (wie schon im Vorjahr) weitgehend über den Betriebskostenzuschuss der Stadtgemeinde abgedeckt.

Eingeworbene Projekte

Für die Weiterentwicklung des Naturparks und für Neuinvestitionen nutzen wir so weit wie möglich Drittmittelprojekte. Im Jahr 2024 waren wir diesbezüglich besonders erfolgreich und haben 6 neue Projekte mit einer Fördersumme von € 97.538 € eingeworben; davon stammen knapp 80% von nur zwei größeren Projekten.

Das Projekt „Lebensräume“ mit einem Volumen von von € 41.670, das im Jänner 2024 gestartet ist und bis März 2025 läuft, wird zu jeweils etwa der Hälfte von der EU und vom Land NÖ gefördert; es umfasst unter anderem Naturschutzmaßnahmen wie die Etablierung von neuen Brut- und Laichplätzen für besondere Arten, sowie die naturnahe Ergänzung der Schöffelsteinwiese. Die Einnahmen dieses Projekts werden uns allerdings erst nach Projektabschluss angewiesen, sodass wir hier große Summen vorfinanzieren müssen.

Ein zweites großes Projekt „Maßnahmenförderung für Naturparke“ im Wert von € 35.808 wurde uns vom Land NÖ für Naturschutz- und Bildungsmaßnahmen sowie für das neue Naturparkkonzept gewährt. Mit diesen Mitteln verbesserten wir die Wegbeschilderungen, richteten ein neues Leitsystem ein, erstellten einen neuen Informationsfolder und intensivierten die Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek und den Schulen.

Die weiteren Projekte waren deutlich kleiner, wir konnten damit aber einen großen Beitrag zu speziellen Themen leisten. Mit einem Projekt konnten wir unsere Wasserstation am Wienfluss zu einem „Forscher-Labor“ ausbauen; wir haben dort zusätzlichen Sitzmöglichkeiten, einen Tisch, sowie eine „Wasserforscherkiste“ gebaut und damit unseren Naturpark-Schulen eine Möglichkeit für das Erforschen des Wienflusses im Rahmen des Unterrichts gegeben. Auch beim Projekt „Wissenschaft trifft Schule“ stehen die SchülerInnen im Zentrum: mit Klimahecken können die SchülerInnen den Klimawandel direkt vor ihrer Türe beobachten und erforschen. Weiters haben wir zur Vorbereitung unseres schon länger geplanten Umbaus des Holzlabors zu einer Waldklasse ein Projekt des Vereins Naturpark Niederösterreich eingeworben, mit dem wir einen Architekten mit einer Vorstudie für die zukünftige Waldklasse beauftragen konnten.

Spendenbegünstigung

Im Jahr 2024 ist es uns als einer der ersten Vereine in Purkersdorf gelungen, vom Finanzamt einen Spendenbegünstigungsbescheid zu bekommen; das heißt, dass alle Spenden an den Naturpark Purkersdorf steuerabsetzbar sind. Wir haben diesen Erfolg zum Anlass genommen, eine Spendenkampagne zu starten und etwa 300 lokal relevante Unternehmen, 40 Ärzte und 140 Privatpersonen durch persönliche Anschreiben um Spenden gebeten und damit 2.820 € eingesammelt. Mit den Mitteln können wir kleinere externe Drittmittelprojekte, bei denen Eigenmittel nachgewiesen werden müssen, zusätzlich in Anspruch nehmen.

Naturparkkonzept und -Charta

Eine besondere Herausforderung, die uns das gesamte Jahr 2024 begleitet hat, war der Prozess zur Erstellung eines neuen Naturparkkonzepts. Ein solches Konzept, in welchem die Entwicklungsschwerpunkte für die nächsten 5 Jahre festgelegt sind, wurde vom Land NÖ gefordert (und gefördert); es ist Voraussetzung dafür, in Zukunft beim Land NÖ um Fördermittel ansuchen zu können. Weiters hat das Land NÖ gefordert, dass sich die Stadtgemeinde zu den Zielen des Naturparks und zu einer verlässlichen Förderung bekennt. Diese Naturpark-Charta wurde vom Gemeinderat im Herbst 2024 beschlossen und am 4.Dezember an den Naturpark überreicht.

Das neue Naturparkkonzept baut auf dem Konzept des Jahres 2019 auf und schreibt dieses weiter.

Als ersten Schritt haben wir die wesentlichen lokalen und regionalen Entscheidungsträger zu einem Workshop geladen und gemeinsam den Status des Naturparks evaluiert sowie Entwicklungsmöglichkeiten abgeleitet. Darauf aufbauend haben wir zwei weitere Workshops zu den Themen Bildung und Naturschutz organisiert, um Prioritäten für unsere zukünftige Arbeit festzulegen.

Wir wollten aber nicht nur „Experten“ einbinden, sondern auch die Bevölkerung. Daher haben wir im August & September eine Online-Umfrage durchgeführt. Unser Ziel war es, Feedback zu unseren Angeboten zu sammeln, Verbesserungspotenziale herauszuarbeiten und zu erfahren, welche Erwartungen und Vorschläge die Besucher für die Naturparkentwicklung haben. 87 Teilnehmer haben geantwortet und aufschlussreiche Rückmeldungen über ihre Erwartungen an den Naturpark gegeben. Die weitaus meisten Antwortenden erwarten sich von einem Besuch im Naturpark, dass sie sich gut erholen und entspannen können, weiters dass sie Natur entdecken & spüren sowie Kindern ein abwechslungsreiches Naturerlebnis bieten möchten. Vor allem die Tiergehege sind ein Magnet für alle Besucher, sind gut bekannt und haben gute Noten bekommen. Verbesserungsmöglichkeiten wurden für die Waldspielbereiche gesehen, insbesondere für den Spielbereich beim Naturparkzentrum. Außerdem wurde von Teilnehmern eine noch bessere Ausschilderung der Wanderwege gewünscht, was wir noch im Herbst 2024 begonnen haben, umzusetzen. Mehrere Teilnehmer haben vorgeschlagen, mehr Sitzmöglichkeiten, mehr Ruhezonen mit Tischen, Liegen und Bänken; mehr Plätze zum Verweilen oder Picknicken zu schaffen.

Zum Thema Regionalentwicklung haben wir uns mit dem Stadt-Umland-Management (SUM) für den Großraum Wien & Umgebung vernetzt. Mit Unterstützung des SUM haben wir der Forstverwaltung der Stadt Wien MA49 vorgeschlagen, das Gebiet des Georgenbergs in den Naturpark einzubringen. Von der MA49 haben wir dafür bereits eine mündliche Zusage bekommen, vom Land NÖ eine schriftliche Zustimmung. Eine Erweiterung bringt aus unserer Sicht viele Vorteile, weil das Gebiet räumlich gut zum Naturpark passt, denselben Schutzstatus hat und ein wichtiger Rückzugsraum für die Natur ist. Der Georgenberg ist nur über wenige Wege zugänglich, wodurch er sich als geschützter Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als „Naturschatzkiste“ eignet. Durch diese Erweiterung könnten wir zudem eine direkte Verbindung zur Stadt Wien schaffen und die Stadt Purkersdorf stärker in das Stadt-Umland-Management einbinden.

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