• Die sanften Hügel des Naturparks Purkersdorf-Sandstein erstrahlen im warmen Licht des Herbstes. Bunte Blätter tanzen im Wind und laden zu einem entspannenden Spaziergang ein, während die atemberaubende Aussicht auf die umliegende Landschaft die Seele berührt.
    ©© Naturparke Niederösterreich/Robert Herbst

Naturpark-Gemeinde Purkersdorf

Der Naturpark liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Purkersdorf. Der Gemeindewald macht den Großteil der Fläche des Naturparks aus. Die Bewirtschaftung des Walds erfolgt in Abstimmung mit dem Naturpark im Sinne einer naturnahen Waldwirtschaft.

"Für uns als Wienerwaldstadt gehört der Naturpark zum Stadtbild. Der Naturpark leistet einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität der Bevölkerung. Die Stadtgemeinde wird so wie bisher auch in Zukunft die Anforderungen des Naturparks soweit wie möglich unterstützen. Vielen Dank an das gesamte Naturpark-Team!"

Ing Stefan Steinbichler, Bürgermeister der Stadtgemeinde Purkersdorf

Wienerwaldstadt Purkersdorf

Die Gemeinde liegt inmitten des Wienerwalds und grenzt im Osten direkt die Stadt Wien. Etwa 82 % des Gemeindegebiets bestehen aus Wald, es gibt nur wenige land- und forstwirtschaftliche Betriebe.

Der Ort hat sich dort entwickelt, wo die für den Verkehr wichtigen Täler des Wienflusses und des Gablitzbaches zusammentreffen. Schon seit der Römerzeit gab es beispielsweise einen Weg von Wien entlang des Gablitzbachtals über den Riederberg ins Tullner Becken. Purkersdorf ist immer ein wichtiger Verkehrsknoten geblieben: In der Habsburgerzeit war Purkersdorf die von Wien aus gesehen erste Poststation auf dem Weg nach Linz und daher eine erste eine wichtige Raststation. Ab 1856 wurde hier die „k.k. privilegierte Kaiserin-Elisabeth-Bahn“ (die heutige Westbahn) errichtet und Purkersdorf damit an das moderne Verkehrsnetz angeschlossen.

Das im Vergleich zum vielen Wald sehr kleine Siedlungsgebiet erstreckt sich entlang der beiden Täler bis an die jeweiligen Gemeindegrenzen und ist sehr dicht bebaut. Umso wichtiger ist der Wienerwald, der das gesamte Siedlungsgebiet einhüllt. Der Wienerwald ist die grüne Lunge der Stadt und gehört eng zum Selbstverständnis der Bevölkerung.

Kulturstadt Purkersdorf

Purkersdorf war schon seit der Römerzeit ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der Gabelung des Wienflusstals und des Gablitzbachtals, und der Sitz der Forstverwaltung für den westlichen Wienerwald. Schon ab dem 16.Jahrhundert hatte das „Kayserliche Waldambt“ seinen Sitz im Schloss Purkersdorf; diese Tradition wurde wiederbelebt und gestärkt, als ab 2002 die Österreichischen Bundesforste ihren Hauptsitz nach Purkersdorf verlegt haben.

Das wohl berühmteste Kulturdenkmal Purkersdorfs ist das von Josef Hoffmann als Gesamtkunstwerk um etwa 1905 errichtete Sanatorium Purkersdorf. Das Gebäude wurde 1995 außen und ab 2003 auch innen renoviert und der Originalzustand weitgehend wieder hergestellt.

Purkersdorf 1911 - Warten beim Bahnschranken am Hauptplatz
©Stadtmuseum Purkersdorf

Purkersdorf - Geschichte und Zukunft eines Ortes im Nahbereich der Großstadt

Wandern kulturhistorisch interessierte Besucher:innen durch die heutige Wienerwaldstadt Purkersdorf, dann begegnen diese auf Schritt und Tritt der internationalen, nationalen und lokalen Geschichte.

Die Bedeutung Purkersdorfs als regionaler, zentraler Ort ergibt sich aus der Lage an dem Zusammenfluss von Wienfluss und Gablitzbach, der zentralen Lage im westlichen Wienerwald, der Lage an der Kreuzung von zwei Reichsstraßen, der teilweise zweifelhaften direkten Anbindung der Stadtmitte an die Eisenbahn und der relativ geringen Entfernung von der Stadtmitte Wiens, die zur Entwicklung der Sommerfrische und des Wohnvorortes führte. 

Transitort der Weltgeschichte

Als Transitort der Weltgeschichte, sichtbar durch die ehemalige Poststation am Hauptplatz, bekam Purkersdorf internationale und welthistorische Bedeutung. Alle berühmten und wichtigen Personen, die von Wien nach Westen oder nach Wien reisten, mussten in Purkersdorf Station machen, da hier die Pferde gewechselt wurden. Das Mauthaus am Hauptplatz mit dem Meilenstein ist Zeugnis dieser Zeit. Marie Antoinette und Marie Luise fuhren durch Purkersdorf zur Hochzeit nach Paris, Papst Pius VI. segnete die Bevölkerung am Hauptplatz, Wolfgang A. Mozart begleitete seinen Vater Leopold Mozart 1785 bis Purkersdorf. Am Hauptplatz sahen sich Vater und Sohn zum letzten Mal in ihrem Leben. Napoleon I. verbrachte eine Nacht in Purkersdorf, und das Empfangskomitee des Wiener Kongresses hatte in Purkersdorf seinen Sitz. Erst der Bau der Eisenbahn ließ die Purkersdorfer:innen zu winkenden Zaungästen der Geschichte werden. Das Automobilzeitalter brachte kurzfristig wieder überregionalen Verkehr in den Ort. Am 14. März 1938 wurde auch in Purkersdorf Adolf Hitler jubelnd empfangen und schloss damit zweifelhaft an die Tradition des Ortes an. Die Purkersdorfer:innen waren laut Chronik bekannt dafür, dass sie gerne den berühmten Transitreisenden zujubelten.

Zentrum der Waldverwaltung

Nach dem Bau der Autobahn blieb Purkersdorf der regionale Verkehr, der das Stadtzentrum schwer belastete. Die Unternehmensleitung der Österreichischen Bundesforste kehrte an die Anfänge des Unternehmens in den Purkersdorfer Schlosspark zurück. Die kaiserliche Waldverwaltung hatte bis zur Zeit Maria Theresias ihren Sitz im Purkersdorfer Schloss und war damit das Zentrum des Wienerwaldes. Heute wird von Purkersdorf aus zehn Prozent der österreichischen Staatsfläche verwaltet. Die gute Zusammenarbeit zwischen Stadtgemeinde und Bundesforste lässt das historische grundherrschaftliche Verhältnis vergessen und eröffnet vielfältige Möglichkeiten der wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit.

Von Mag. Dr. Christian Matzka - Vizebürgermeister a.D., Kustos des Stadtmuseums

Erholungsoase Feihlerhöhe

Die Feihlerhöhe ist eine naturnahe Streuobstwiese im Stadtzentrum an einem Hang zwischen Wienfluss- und Gablitzbachtal. Die Streuobstwiese befand sich lange Zeit in Privatbesitz. Um einer drohenden Bebauung abzuwenden, wurden in den 1980er Jahren die Bebauungsmöglichkeiten reduziert, um 1990 gänzlich zu Grünland rückgewidmet und schließlich im Jahre 2006 von der Gemeinde angekauft. Damit konnten die Wiese und der Aussichtspunkt gesichert und neu gestaltet werden.

Erholungsoase im Stadtzentrum

Die Feihlerhöhe ist eine Erholungsoase direkt im Stadtzentrum geworden. Mit der schönen Aussicht über das Wiental zum gegenüberliegenden Naturpark lädt sie zum Entspannen und zum Picknick ein. 

Seit 1967 befindet sich auf der Anhöhe ein Denkmal für Josef Weinheber, der seine Kindheit in Purkersdorf verbracht. Wegen dessen großen Nähe zur Nazi-Ideologie wurde im Zuge der Renovierung im Herbst 2012 eine Zusatztafel aufgestellt, die den Zweispalt um ihn gut zusammenfasst: „Weinheber, den großen Lyriker, zog es zu denen, die marschierten“.

Sensenmähen zum Mitmachen 

Die naturschutzfachliche Betreuung der neuen Streuobstwiese Feihlerhöhe erfolgt vom Team des Naturparks Purkersdorf. Dazu gehört insbesondere die fachgerechte und behutsame händische Mahd der steilen Obstwiese, um die Biodiversität des Lebensraumes zu erhalten.

Um das Bewusstsein der Bevölkerung für die Kulturlandschaftspflege zu erhalten, veranstaltet der Naturpark jedes Jahr gegen Ende Mai/Anfang Juni ein Mäh-Mitmach-Event. Schulklassen und engagierte Bürger:innen können unter fachlicher Anleitung eines Sensenmeisters das Sensenmähen lernen und gemeinsam üben.

Weiters betreut unser Naturpark-Imker Bieno einen Schaubienenstock auf der Feihlerhöhe.  

Die Feihlerhöhe blüht.
©Naturpark Purkersdorf
Sanatorium Purkersdorf
©Naturpark Purkersdorf

Sanatorium Purkersdorf

Etwa 2 km vom Stadtzentrum Richtung Wien ist das berühmteste Kulturdenkmal Purkersdorfs zu finden, das von Josef Hoffmann, einem Gründungsmitglied der Wiener Secession, als Gesamtkunstwerk um 1904-1905 errichtet wurde. Bauherr war der Unternehmer, Kunstsammler und Mäzen Victor Zuckerkandl, Gründer mehrere Eisenwerke im damaligen Schlesien.  

Ein Gesamtkunstwerk des Jugendstils

Das Sanatorium gilt als erstes größeres Werk des damals erst 35-jährigen Architekten und zugleich als eines seiner Hauptwerke. Josef Hoffmann hat den Bau als ein Gesamtkunstwerk verstanden, denn er hat nicht nur das Gebäude geplant, sondern auch die gesamte Möblierung. 

Das Gebäude wurde 1995 außen und ab 2003 auch innen renoviert und der Originalzustand weitgehend wieder hergestellt. Das Sanatorium wird nun als Seniorenpflegeresidenz verwendet. 

Weitere Informationen:

Für Anfragen zur Besichtigung des Sanatorium Purkersdorf wenden Sie sich bitte direkt an das Sanatorium: