• Rudolfswarte mit Himmel
    ©Naturpark Purkersdorf

Thema Erholung

Die Naturpark-Säule Erholung stellte auch im vergangenen Jahr für den Naturpark ein schwieriges Thema dar. Die Suche nach Erholung als Entspannung und Ausgleich zur Arbeitswelt ist die Grundmotivation der Naturpark-Besucher. Wegen der guten Erreichbarkeit unseres Naturparks für die lokale Bevölkerung und die Besucher aus dem Großraum Wien und wegen der attraktiven Angebote für „Erholung mit Mehrwert“ gehört unser Naturpark zu den meistbesuchten NÖ Naturparken, fordert aber eine intensive Betreuung durch das Naturpark-Team, damit der Naturpark seine Attraktivität behalten kann. 

Auch im Jahr 2023 musste der Naturpark viel Arbeit aufwenden, attraktive Rastplätze, gepflegte Waldspielbereiche und Tiergehege sicherzustellen sowie den anfallenden Müll zu sammeln und zu entsorgen, damit das Schutzgebiet sauber und für Familien mit Kindern attraktiv bleibt.

Leider ist die Naturpark-Säule Erholung aufgrund seiner eher „touristischen“ Ausrichtung von der NÖ Naturschutzabteilung ausdrücklich von den Naturpark-Förderungen ausgeschlossen. Nur dank der Unterstützung der Stadtgemeinde konnten wir im Jahr 2023 viele wichtige Leistungen für Erholung erbringen.

Im Jahr 2023 haben wir uns deshalb verstärkt in die Plattform des Stadt-Umland-Managements SUM (das von den beiden Bundesländern Wien und NÖ getragen wird) eingebracht, damit wir die Leistungen des Naturparks für die Stadt Wien aufzeigen können und bei allfälligen Förderaktionen mitmachen können. Nach den SUM-Attraktivitätskriterien für Erholungsräume gehört der Naturpark Purkersdorf zu den attraktivsten Naherholungszielen im direkten Umland von Wien. Da bei SUM angedacht ist, eine gemeinsame Förderstelle für bundesländerübergreifende Erholungsräume einzurichten, möchten wir unsere Präsenz bei SUM deutlich ausbauen.

Unsere Ziele

Im Naturparkkonzept 2019 war als wichtigstes Ziel zum Thema Erholung die sanfte Weiterentwicklung des bestehenden Naturparkgebiets durch Pflege und Ausbau von Themenwegen vorgesehen, inklusive einer stärkeren Einbindung des bisher wenig beachteten Wienflusses. Dabei wollten wir die Erholungsfunktion des Waldes mit psychischer und physischer Gesundheit verbinden.
Im Mittelpunkt des Arbeitsprogramms 2023 stand – neben der laufenden Instandhaltung der Naturpark-Infrastruktur – insbesondere die Planung und die Umsetzung des im Dezember 2022 begonnenen naturtouristischen Entwicklungskonzepts gemäß der Beratung durch das Büro „Siegel & Kaiser“, die vom Verein Naturparke NÖ finanziert wurde.

Unsere Leistungen 2023

Erhaltung der Naturpark-Infrastruktur

Die Naturpark-Einrichtungen wurden 2023 laufend gewartet, repariert und erneuert. Dabei gibt es viele Arbeiten, mit denen das Naturpark-Team die Stadtgemeinde entlastet, insbesondere bei der Kontrolle, der Sauberhaltung und der Instandhaltung der Spielplätze. So hat der Naturpark z.B. aus Eigenmitteln eine neue Kletterwand für den Spielbereich beim „Waldtreff“ angeschafft.

Witterungsausgesetzte Holzgeräte wie Tische & Bänke wurden repariert und (falls dies nicht möglich war) weggeräumt oder ersetzt. Viele Beschilderungen – insbesondere unsere Infotafeln – wurden neu montiert, versetzt oder mit neuen Inhalten aktualisiert. Nach Stürmen und Hochwässern wurden so rasch wie möglich die Schäden (vor allem bei den steilen Böschungen des Naturlehrpfads) erho­ben und beseitigt.

Auch im Jahr 2023 erforderte die Erhaltung der Gehege einen großen Einsatz. Sowohl auf der Kellerwiese auch bei den Wildgehegen gab es bei Zaunstehern und Gehegetoren einige Schäden durch Verwitterung und mechanische Belastung, für die wir aufwändige Reparatureinsätze leisten mussten. 

Unvorhersehbare Probleme gab es beim neuen Rehegehege. Nach erfolgreicher Übersiedlung in das neue Rehgehege im Jänner haben sich Rehbock und Rehgeiß sichtlich wohl gefühlt und waren für unsere Besucher ein großer Anziehungspunkt. Das „Wohlfühlen“ hat wohl dazu geführt, dass die Geiß im Frühjahr erstmals trächtig wurde. Leider ist die Geiß nach der Geburt verendet und damit hatte auch das Kitz keine Überlebenschance. Kurz darauf ist ein „wilder“ Rehbock vermutlich bei einer kleinen Lücke des Zauns eingedrungen und hat unseren „zahmen“ Rehbock vertrieben. Auf Anraten des Bezirksförsters mussten wir daraufhin das Gatter öffnen, damit der „wilde“ Rehbock entweichen konnte, sodass seit September 2023 keine Rehe im Gatter sind. Den Leerstand nutzen wir, um eine zusätzliche kleine Äsungsfläche im neuen Gatter anzulegen. Wir hoffen, das Rehgatter ab Mitte 2024 wieder besiedeln zu können.

Zur Finanzierung der Gehege haben wir 2023 einen neuen Partner gefunden, der uns ein Sponsoring des Hirschgeheges von jährlich € 2 000 zugesagt hat. Andererseits haben wir im Vorjahr einen Spon­sor für unser Wildschweingehege verloren; einer der Gründe war, dass es 2023 keinen Frischlings­nachwuchs gab und damit das Gehege unattraktiver wurde. Wir haben daher einen neuen Keiler besorgt, mit dem wir ab 2024 auf Frischlinge und damit wieder auf eine Rückkehr des Sponsors hoffen.

Naturtouristische Weiterentwicklung

Der Schwerpunkt unserer Tätigkeiten im Jahr 2023 lag auf der im Dezember 2022 begonnen naturtouristischen Weiterentwicklung. Wir konnten viele Verbesserungsmöglichkeiten, welche die externen Experten aufgezeigt haben, bereits erledigen. Dazu gehören etwa die einheitliche Beschilderung der Naturparkzugänge, ein möglichst einheitliches Design für unsere Infotafeln und eine neue Wegbeschilderung.

Die neue Beschilderung der Zugänge haben wir bereits beim Thema Naturschutz erwähnt.

Für die Infotafeln haben wir ein klares einheitliches Design entwickelt und (bis auf die projektbezogenen „Augen Auf“-Tafeln) sämtliche Tafeln damit umgestaltet; wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, weil wir damit unsere Informationen viel klarer anbieten können und sich unsere Besucher leichter orientieren können. 

Gemäß Empfehlung der externen Experten beim 2.Workshop im Jänner 2023 haben wir begonnen, unsere Wege stärker auf angepasste Themen auszurichten. Wir haben nun 3 neue Themenwege definiert, an denen es mehrere „Erlebnisstationen“ gibt, die mit den örtlichen Naturgegebenheiten „synchronisiert“ werden:

  • Der Buchenweg führt rund um den Naturpark: er wird sich generell mit dem Thema Bäume, Boden und Wald, speziell mit der Buche, als wichtigste Baumart im Wienerwald, befassen.
  • Der Schöffelweg führt vom Schöffelkopf an der B44 bis zum Schöffelstein und weiter zum Naturparkzentrum: er wird sich generell mit dem Thema nachhaltige Forstwirtschaft befassen, speziell mit der Person und Rolle von Josef Schöffel als „Umweltschutzaktivist“
  • Der bisherige Naturlehrpfad wird als Naturerlebnisweg neu positioniert: die bestehenden Blind-Date Stationen, Kinderstationen und Wasserstationen werden mit einzelnen „Points of Interest“ definiert.

Mit diesen 3 Themenwegen wird die Einzigartigkeit des Naturpark Purkersdorf noch besser herausgearbeitet und unsere Kernthemen „Buche-Bäume-Boden“ – „Wasser-Klima“ und „Schöffel-Waldnutzung“ stärker hervorgehoben. Für die Infostationen an den drei Wegen haben wir ein QR-Code-System vorbereitet, über welches unsere Besucher Informationen über besonders interessante Themen abrufen können.

Mit den neuen Wegen ergibt sich eine wesentliche Neustrukturierung unseres touristischen Angebots, dass wir in einer „Erlebniskarte“ zusammenfasst haben. Die „Erlebniskarte“, die unsere bisherige Wanderkarte ablöst, enthält alle Wege, Erlebnisstationen und „Points of Interest“. Wir haben die Karte bereits im Amtsblatt Jänner 2024 vorgestellt und werden diese in den nächsten Wochen in die Webseiten einbauen. Wir haben diese Erlebniskarte nicht nur auf den Naturpark im engeren Sinn bezogen, sondern auch auf die Feihlerhöhe und das Gebiete vom Zentrum Purkersdorf bis Sanatorium. Damit werden die Infrastruktur der Stadt und die relevanten Gastronomiebetriebe mehr als bisher an die Naturparkbesucher herangeführt.

Als Teil der neuen naturtouristische Positionierung haben wir im Jahr 2023 eine professionelle Textierung beauftragt, die wir mit einer Förderung des VNN finanziert haben. Diese Textierung bezieht sich auf die Infostationen der neuen Themenwege und vorbereitend für einen neuen Naturpark-Folder.

Die Umsetzung der naturtouristischen Entwicklung wird im Jahr 2024 abgeschlossen, wenn wir die neue Erlebniskarte an mehreren Standorten aufstellen und eine neue Informationsbroschüre produzieren.