Thema "Bildung"
Unsere Ziele
Die wesentlichen Ziele gemäß Naturparkkonzept 2019 zum Thema Bildung waren, das bestehende Holzlabor-Gebäude zu einem wetterfesten Lernraum für einen naturnahen Regelunterricht von Schulklassen auszubauen und die bestehenden Einrichtungen für einen naturnahen Anschauungsunterricht zu adaptieren. Weiters sollten die bestehenden Einrichtungen und Informationsbereiche verbessert und das bereits gut entwickelte waldpädagogische Programm ausgebaut werden, wobei auch die Randzonen des Naturparks, wie z.B. die Streuobstwiese Fehlerhöhe oder die Schöffelsteinwiese in die Bildungsarbeit eingebunden werden sollten.
Im Arbeitsprogramm 2023 wollten wir speziell die Zusammenarbeit mit der Naturpark-Schule und den Partnerschulen fördern und die Gründung eines Naturpark-Schul-Campus vorantreiben. Weiters wollten wir das bereits bestehende Bildungsprogramm stärken und die Informationsbereiche entlang der Wanderwege im Naturparkdesign überarbeiten.
Unsere Leistungen 2023
Wie bereits beim Thema Naturschutz erwähnt, haben wir zur Umsetzung der Waldklasse und der dazugehörigen Außenanlagen im September 2021 einen Projektvorschlag an die Naturschutzabteilung des Landes NÖ gestellt, dessen Genehmigung sich aber immer wieder verzögert hatte. Inzwischen wäre eine Umsetzung schon allein aus Zeitgründen nicht mehr realistisch, sodass wir im Dezember 2023 unsere Einreichung formell zurückgezogen haben. Wir werden Ende 2024 in der neuen Förderperiode des EU-Programms „Ländliche Entwicklung“ einen neuen Anlauf machen.
Lernraum Naturpark – Wald ist Klasse
Unser auf 4 Jahre angelegtes Pilotprojekt „Lernraum Naturpark – Wald ist Klasse“, das wir im Jahr 2019 mit der Volksschule Gablitz begonnen hatten, wurde im Juni 2023 abgeschlossen.
Ein analoges Programm wurde ab 2022 von zwei Lehrerinnen der VS Purkersdorf übernommen und ebenfalls Juni 2023 abgeschlossen.
Weil das Programm in Gablitz so gut angekommen ist, hat die Marktgemeinde Gablitz das Projekt um weitere 4 Jahre verlängert und mit einem gesonderten Bildungsprogramm für Lehrerinnen ausgeweitet.
Anfang 2023 wurden wir für diese Bildungsinitiative mit dem Hans-Czettel-Förderpreis ausgezeichnet.
Aufbau des Naturpark-Schul-Campus
Mit der schon länger bestehenden Naturpark-Schule ASO gab es mindestens einmal pro Monat einen Schultag im Naturpark, an denen die Kinder dem Naturpark-Team bei der Arbeit über die Schultern schauen und selbst anpacken durften. Dabei wurden Totholzhecken errichtet, die Tiere auf der Kellerwiese betreut, und die Klimahecke beim Naturparkzentrum gepflegt. Diese Arbeit brachte den Schüler:innen nicht nur die Natur näher, sondern zeigte ihnen das Berufsbild des Naturparkpflegers.
Generell haben wir die Zusammenarbeit mit den Schulen am Schulcampus Purkersdorf im Jahr 2023 stark forciert. Die ASO und die Schöffel-Mittelschule (NMS) haben wir in das Projekt „CSI Phäno Biota“ der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) eingebunden, bei dem den Kindern die Bedeutung des Klimas besser erlebbar gemacht wurden. Wir haben mit den Kindern Holztröge an der Kellerwiese aufgestellt und mit frischen Kräutern bepflanzt sowie vor der Schule eine kleinen Blühwiese eingerichtet. Als sichtbares Zeichen hängen nun zwei durch die Kinder gestaltete Fahnen zum Thema „Klimaforschen“ vor dem Bildungszentrum/ASO und der Volksschule.
Um ein ähnliches Thema geht es beim Projekt „Wissenschaft trifft Schule“, das von der Wissenschaftsabteilung des Landes NÖ gefördert wird und an dem nur 6 NÖ Naturparke teilnehmen konnten. Es geht darum, den Schülern die Möglichkeit zu geben, den Einfluss des Klimawandels auf die Natur zu erleben und zu erlernen. Dafür haben wir im Spätherbst 2023 eine Klimahecke an der Schwarzhubergasse und im Hof des künftigen Schul-Campus gepflanzt. Gemeinsam mit dem naturpädagogischen Team des Naturparks werden die Schüler ab 2024 den Blattaustrieb und -abfall, die Blüte und die Fruchtreife beobachten sowie Temperaturverlauf, Sonnenscheindauer und Niederschlag messen. Die Forschungsarbeiten an der Hecke ("draußen") werden im Unterricht ("drinnen") aufgearbeitet und analysiert. Das Projekt läuft bis Juni 2025.
Im Herbst 2023 haben wir mit der ASO, NMS & VS beim Verband der Naturparke Österreichs (VNÖ) einen Projektvorschlag zum Thema „Wasser voller Leben“ eingereicht, das Anfang 2024 zur Förderung ausgewählt wurde. Im Jahr 2024 werden wir mit den Schüler:innen bei der bestehenden Wasserstation am Wienfluss eine „Forscherstation“ einrichten.
Durch die enge Kooperation sind wir unserem Ziel, nämlich der Erweiterung der bisherigen Naturpark-Schule mit Einbindung der VS und der Schöffel-Mittelschule (NMS) zu einem Naturpark-Schul-Campus einen großen Schritt nähergekommen. Sowohl VS als auch NMS haben die administrativen & organisatorischen Schritte erledigt, damit sie Mitte 2024 formell zu Naturpark-Schulen prädikatisiert werden.
Infokampagne zu den „Arten des Jahres 2023“
In Kooperation mit der Stadtbibliothek Purkersdorf wurde eine Kampagne zu denjenigen „Arten des Jahres 2023“, die auch im Naturpark vorkommen, erfolgreich umgesetzt. Unser Ziel war es, das Bewusstsein für die Vielfalt der heimischen Tierwelt zu fördern und Besucher einzuladen, sich aktiv mit der Natur auseinanderzusetzen. Neben 2 Sommerterminen „Lesen im Grünen“ wurden im Foyer des Bildungszentrums 2 Erlebnisdienstage mit interaktiven Informationsstationen zu jeweils passenden Themenschwerpunkten (z.B. Spinnen oder Vögel) organisiert.
Als Ergänzung haben wir entlang der Wanderwege neue Erlebnis- und Informationstafeln zu „Tieren des Jahres im Naturpark“ gestaltet; so haben wir etwa beim Schöffelstein die Haselmaus als „Säugetier des Jahres“ und entlang des (bisherigen) Salamanderweges den Feuersalamander als „Lurch des Jahres“ aufgestellt. Am Wienfluss wurde im Zuge der Familiensommertage der Signalkrebs als „Alien des Jahres“ und die Posthornschnecke erforscht und am Naturerlebnisweg das „Landkärtchen“ als Schmetterling des Jahres vor den Vorhang geholt. Die Tafeln für die „Arten des Jahres“ werden auch zum Saisonstart 2024 wieder aufgestellt.
Waldpädagogik und Bildungsprogramme
Im Jahr 2023 haben wir rund 50 waldpädagogische Ausgänge mit mehr als 1000 Schüler:innen aus Kindergärten, Volks- und Mittelschulen in Wien und der Region betreut. Uns ist aufgefallen, dass sowohl Schüler als auch Lehrpersonen sehr an den Themen Klimawandel und Wasserkreislauf interessiert waren. Da unsere beiden Wasserstationen immer stärker benutzt werden, wollen wir sie im Jahr 2024 etwas erneuern.
Zusätzlich zu den waldpädagogischen Ausgängen haben wir auch Veranstaltungen mit Themenschwerpunkten Rotbuche, „Waldapotheke“, Heilpilze, „Waldbaden“, Honigschleudern, Naturpark-Specht‘ln und Wildtiere angeboten. Etwa 1/3 der angebotenen Veranstaltungen konnten allerdings mangels ausreichenden Buchungszahlen nicht durchgeführt werden.
Bei den schon seit längerem angebotenen Aktionstagen auf der Feihlerhöhe war am Freitag, der immer für Schülergruppen reserviert ist, die Nachfrage groß: knapp 100 Schüler unterschiedlichsten Alters konnten bei einem Stationenbetrieb Einblick in die Vielfalt und Bedeutung der Streuobstwiese sowie über die Technik des Sensenmähens bekommen. Mit dem Ablauf am Samstag, an dem wir freiwilligen Helfern anbieten, den fachgerechten Umgang mit der Handsense zur schonenden Mahd zu lernen, sind wir weniger zufrieden; wir werden ab 2024 dafür ein neues Setting versuchen.
In Zusammenarbeit mit der Aktion „Gesunde Gemeinde“ hat der Naturpark Veranstaltungen zur Herstellung von Kräutersalzen und zum Räuchern unterstützt.
Schließlich haben wir im Herbst 2023 eine Oberstufenklasse des BG Purkersdorf und deren polnische Partnerklasse unterstützt, ein „Pilgrim-Projekt“ durchzuführen. Bei einem 2-tägigen Einsatz haben wir den Schülern geholfen, die Gattersteher im Eselgehege auszutauschen und neu zu setzen, eine Holzpalettenbank beim Zugang Kellerwisse zu bauen und heimische Gehölze zu pflanzen.
Vorarbeiten für das Waldklassenzimmer
Auch wenn das bei der NÖ Naturschutzabteilung eingereichte Projekt zur Umgestaltung des Holzlabors nicht genehmigt wurde und auf voraussichtlich 2025 verschoben werden muss, haben wir einige Vorarbeiten für die Verbesserung des Holzlabors geleistet und Einrichtungsgegenstände über die Hauptbaumarten des Naturparks, wie Buche, Eiche, Ahorn, Fichte, Tanne, Lärche verbessert.