Schöffel & der Alltag der Wienerwaldbauern

Ein Skandal, ein Kampf, ein Sieg

Blicken wir nochmals auf ein dunkles Kapitel mit gutem Ausgang zurück. Alles begann 1862: Um das Staatsbudget nach verlorenen Kriegen zu sanieren, plante das Finanzministerium den Verkauf des Wienerwaldes. Ein Viertel der gesamten Fläche sollte an den Holzhändler Moritz Hirschl zur Schlägerung gehen. Doch der Journalist Josef Schöffel stellte sich quer. Ab 1870 entfachte er eine beispiellose Pressekampagne und deckte Bestechung und Korruption auf. Der Kampf war riskant: Schöffel wurde wegen „Behördenherabwürdigung“ angeklagt. Doch sein Freispruch am 20. März 1872 änderte alles. Die Regierung musste die Verträge annullieren. Der Wienerwald war gerettet und die Forstverwaltung wurde dem Ackerbauministerium unterstellt – weg von den reinen Vermögenssicht des Finanzministeriums.

Schöffels Geschichte zeigt uns heute mehr denn je: Zivilcourage wirkt. Er war einer der ersten großen Umweltaktivisten unserer Geschichte und hat gezeigt, dass auch Einzelpersonen in der Lage sind, Veränderung herbeizuführen – und dass es bereits in der Vergangenheit Aktivisten und Proteste gegen Umweltschäden gab.

Das Schaufenster-Wienerwaldmuseum

Das Museum befasst sich in seiner Ausstellung mit dem Leben der Bauern vor etwa 100 Jahren. Ein Teil der Infotafeln ist auch Josef Schöffel gewidmet. Tauchen Sie ein in das Leben von damals – dank des “Schaufenster”-Konzepts können Sie hier fast immer auf Entdeckungsreise gehen.

Wienerwaldhaus im Naturparkzentrum.
©Naturpark Purkersdorf