Typisch Buche
Die Buche ist besonders gut an die Klima- und Bodenbedingungen von Mitteleuropa angepasst: hätten wir Menschen nicht unsere Finger im Spiel, wäre Mitteleuropa vermutlich überwiegend von Buchenwald bedeckt. Denn auf mittleren Standorten – also nicht zu trocken oder zu feucht, nicht zu warm oder zu kalt – ist die Buche nahezu konkurrenzlos. Sie wächst sowohl auf sauren als auch auf kalkreichen Böden. Nur nasse Böden mag sie gar nicht, denn die empfindlichen Wurzeln leiden dann unter Luftmangel und sie verträgt auch keine Überschwemmungen.
Buchenkronen spenden der Bodenvegetation im Sommer erfrischenden Schatten. Das geschlossene Kronendach der Buchen thront wie ein Zeltdach über dem Boden und schützt ihn vor Wind, Sonneneinstrahlung und Austrocknung. Unter diesem schützenden Dach können zahlreiche Pflanzen und Tiere gedeihen, die in offeneren Bereichen des Waldes nicht überleben könnten.
Das Holz der Buche verströmt einen angenehmen, leicht süßlichen Geruch, der oft mit Frische und Natürlichkeit assoziiert wird. Zudem ist Buchenholz äußerst hart, kurzfaserig und zäh, was es zu einem guten Material für Möbel macht. Viele Gegenstände im Alltag bestehen aus Buchenholz, wie etwa Spielzeug, Küchen- und Sportgeräte.
Gehen Sie zu einer Buche und schließen Sie die Augen. Nehmen Sie einen Moment lang den Stamm in Ihre Hände und atmen Sie tief ein. Spüren Sie die raue Textur der Rinde unter Ihren Fingern und riechen Sie den angenehmen, natürlich süßlichen Geruch, der aus dem Holz strömt?
Der Sandstein-Wienerwald ist ideal für Buchen
Der Boden im Naturpark besteht ganz oben aus Humus, gefolgt von einem Gemisch aus Lehm und kleinen Kalksteinen (in der Fachsprache heißt der Boden „Kalk-Lehm-Rendzina“). Der tiefere Untergrund besteht oft aus festem Sandstein, das sind fest gepresste Kalksandkörner.
Im Naturpark gibt es auf kleiner Fläche oft große Unterschiede in der Zusammensetzung von Kalk und Lehm, was auch die Bodenfeuchtigkeit und die darauf wachsende Vegetation beeinflusst. Besonders gut zu sehen ist die Kleinräumigkeit im Frühjahr, wenn der Bärlauch (der es gern feucht hat) an manchen Stellen ganz dicht wächst und eng daneben kaum.
Wir laden Sie ein, auf dem Buchenweg mehr über den Boden, die Buche, aber auch noch andere Pflanzen, Tiere und Wasser zu lernen. An jeder Station gibt es Spannendes zu entdecken und zu erleben. Nutzen Sie die Gelegenheit, den Wald mit allen Sinnen zu erfassen und die Vielfalt der Natur zu genießen.
Zum Abschluss: Anmerkungen zum Wienerwald-Sandstein
Der Sandstein aus dem Wienerwald lässt sich leicht spalten und verarbeiten. Deshalb wurden die Steine oft für Bauten (Mauern, Flusseinfassungen, Kirchen, Brücken) und für Steinskulpturen verwendet. Aus Sandsteinen wurden auch Schleifsteine und Mühlsteine gefertigt. Wie aus dem Namen „Feuersteinberg“ (einem Nachbarhügel des Schöffelsteins) hervorgeht, wurden wahrscheinlich auch scharfkantige Steine zum Feuerschlagen gefertigt.
Beim Bau der Westbahn wurden große Mengen Sandstein für die Aufschüttung der Bahntrasse verwendet. In mehreren Dutzend Steinbrüchen entlang der Strecke wurden etwa 2,5 Mio t Sandstein (das wären etwa 100.000 LKW-Ladungen) Sandstein abgebaut. Heute sind nur noch einzelne der alten Steinbrüche im Wienerwald sichtbar (z.B. im Dambachtal etwa 2 km westlich des Naturparks).