Josef Schöffel und der Wienerwald

Als um etwa 1870 ein Viertel des Wienerwalds vor der Privatisierung stand, begann Josef Schöffel einen erbitterten Kampf gegen die geplanten Rodungen. Lange bevor es Social Media gab, nutzte Schöffel die Macht des Journalismus, insbesondere im Wiener Tagblatt, um die Öffentlichkeit über die drohende Zerstörung des Wienerwalds zu informieren und zum Handeln zu mobilisieren. Somit könnte man Schöffel als einer der ersten Klimaaktivisten bezeichnen. Die Vorgangsweise von Josef Schöffel ist durchaus vergleichbar mit Umweltaktivisten unserer Zeit, die sich für den Schutz bedrohter Naturräume einsetzen. 

Durch seinen Einsatz und den öffentlichen Druck konnte die Privatisierung des Wienerwalds gestoppt und die Kahlschläge eingestellt werden. Josef Schöffel wurde zu einem Symbol des Naturschutzes und der Zivilcourage.

Karikatur von Josef Schöffel als Baum (1983)
©Wien Museum Onlinesammlung/CCO

Sie befinden sich hier im Gebiet der Naturverjüngung: Wenn Sie sich umsehen, erkennen Sie die kraftvolle Selbstregeneration des Waldes. Junge Bäume unterschiedlicher Arten wachsen empor und das ökologische Gleichgewicht wird aufrechterhalten.

Heute für morgen: Nachhaltigkeit im Wald 

Heute lebt der Gedanke der nachhaltigen Waldbewirtschaftung weiter. Vielfalt ist unsere Versicherung gegen den Klimawandel. Wir lassen den Wald sich durch Naturverjüngung selbst erneuern, denn natürlich gewachsene Strukturen sind am anpassungsfähigsten und kommen besser mit künftigen klimatischen Gegebenheiten zurecht. 

Unser Ziel: Ein gesunder Altbestand ohne invasive Arten, dafür mit einer starken Mischung aus Buche, Eiche, Tanne und weiteren heimischen Nadel- und Laubhölzern. Schadholz wird minimiert, um die Vitalität des gesamten Ökosystems zu stärken.

Der Naturpark bindet jährlich 500 t CO2

Seit 2020 gestalten wir den Wald im Naturpark aktiv um: Weg von großen Schlagflächen, hin zur schonenden Einzelstammentnahme. Um das Ökosystem zu stärken, begrenzen wir die jährliche Nutzung auf ca. 100 Festmeter (fm) – das ist nur ein Drittel des Zuwachses.

Die Bilanz spricht für sich: Nach einer Reduktion der Entnahme auf 135 fm (2021) wurden 2022 lediglich 10 fm entnommen. Dieser bewusste Verzicht erhöht den Holzvorrat im Wald um mindestens 290 fm und bindet zusätzlich über 500 Tonnen CO2. Ein direkter Beitrag zum Klimaschutz vor unserer Haustür.

Folgen Sie nun den Spuren von Josef Schöffel. Im Verlauf des Wegs gibt es weitere Info-Tafeln für mehr Informationen. In wenigen Minuten erreichen Sie einen Aussichtspunkt mit Blick über Purkersdorf vorbeikommen und auch das Frauenbründl passieren.