Kultur rund um den Hauptplatz

Das charmante Gebäudeensemble des Hauptplatzes ist das Herz von Purkersdorf.

Wenn man auf dem hübschen Platz steht, ist es unvorstellbar, dass bis Ende April 1987 der gesamte Verkehr der Bundesstraße 1 (etwa 11.000 Fahrzeuge pro Tag) durch den Hauptplatz fahren mussten. Seit 1989 ist der Hauptplatz eine Fußgängerzone geworden, in der mehrere Lokale einladen, die sonnigen Tage in den Gastgärten zu genießen.

Poststation

Das schön renovierte Haus Hauptplatz 5 ist die ehemalige Poststation, die damals erste Raststation auf der Strecke Wien-Linz. Das heutige Gebäude wurde am Ende des 18. Jahrhunderts in einem klassizistischen Stil mit einer reliefgeschmückten Fassade errichtet, die sich allesamt auf Posteigenschaften beziehen: zB Handel, Reisen, Wachsamkeit, Sicherheit, Verschwiegenheit der Post. 

Der Meilenstein „Über Neulengbach nach St. Pölten 6 Meilen über Riederberg“, der ursprünglich an der Ecke Kaiser Josef Straße – Linzerstraße stand, wurde zum Bankgebäude neben der Kirche, dem ehemaligen Mauthaus versetzt. Die Meilenangabe bezieht sich auf die damalige Postmeile mit etwa 7,5 km.   

Übernachtungsstation für Napoleon

Im Gebäude Hauptplatz 12 wurden am 12.November 1805 vom Wiener Bürgermeister die Stadtschlüssel an einen franz. Generalübergeben. Zwei Tage später nächtigte der siegreiche Napoleon im Haus, in dem heute der Drogeriemarkt DM untergebracht ist.  

Mozart-Denkmal 

Neben dem Meilenstein steht eine Figurengruppe von 2 Barock gekleideten Herren: es ist das neue Mozart-Denkmal, das an da letzte Treffen von Wolfgang Amadeus mit seinem Vater Leopold erinnert. Leopold hatte seinen Sohn in Wien besucht, und Wolfgang hat ihn am 25.April 1785 vor dessen Heimreise nach Salzburg bis nach Purkersdorf begleitet, wo sie noch zusammen zu Mittag gegessen und sich dann verabschiedet haben. Es war das letzte Treffen der beiden. 

Jakobuskirche

Die Kirche ist dem Hl Jakobus dem Älteren gewidmet; das ist keine Überraschung, da doch Purkersdorf am österreichischen Jakobsweg liegt, der von Schwechat bis Rankweil führt. Die Kirche galt ab 1727 als wichtige Wallfahrtskirche „Maria Burkersdorf“, zu dessen Gnadenbild einer „Maria lactans“ viele Gläubige aus der ganzen Umgebung strömten. Das Bild ist die Nachbildung des Gnadenbildes in der Wiener Universitätskirche, das wiederum eine Kopie der „Donna Maria de Uzategui“ in S. Rosa bei Lima (Peru) ist. Es zeigt ein Brustbild Mariens, die dem gewickelten Jesus die Brust reicht. 

Schloss

Hinter der Kirche befindet sich das Schloss Purkersdorf. Die Ursprünge des Baus stammten aus der frühen Babenbergerzeit, das Gebäude wurde ursprünglich als Wasserburg mit starken Mauern errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung war 1255, als Ottokar II von Böhmen der Landesherr war. Ab etwa 1500 hatte dann „Kayserliche Waldambt“ hier seinen Sitz. Das Gebäude wurde mehrfach zerstört und immer wieder aufgebaut. Es wurde fast durchgehend als „Waldamt“ genutzt und ist nach wie vor im Besitz der Österreichischen Bundesforste, die seit 2002 ihren architektonisch ansprechenden Hauptsitz gleich neben dem Schloss gebaut haben. In einem Anbau beim Schlosseingang ist eine ehemalige pferdegezogene „Postomnibus“ aus der 2.Hälfte des 19.Jahrhundert ausgestellt, das letztes Exemplar der damaligen Verkehrslinie Wien-Purkersdorf-Sieghartskirchen. 

Stadtmuseum 

Im Erdgeschoß des Schlosses ist seit 1986 das Purkersdorfer Stadtmuseum untergebracht, das die Geschichte und die Entwicklung Purkersdorfs dokumentiert. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines kleinen Dorfes im Wienerwald, dessen überregionale Bedeutung durch die Verwaltung des Wienerwaldes im Purkersdorfer Schloss und der Lage an der Reichsstraße nach Linz begründet wird. Das Stadtmuseum kann bei einer Terminvereinbarung besichtigt werden: stadtmuseum@purkersdorf.at